Licht

 

INTEGRATIVES DESIGN

Design soll heute nicht mehr als bloße Stilistik (Oberflächenverschönerung), sondern als wissenschaftliche Problemsuche und Problemlösung verstanden werden. Sozial verantwortliches Design setzt einen Wechsel des Denkens in Produkten und Oberflächen zu einem Denken in Systemen und Zyklen (Kreisläufen) voraus.
Design kann die verborgenen (nicht unbedingt an der Oberfläche in Erscheinung tretenden) stofflichen und verfahrenstechnischen Aspekte erfassen; die Integration vollständiger Kreisläufe in den Designprozess, anstatt der Gestaltung des Endprodukts allein. Integratives Design ist fortschrittlich und wirtschaftlich, da der Umgang mit unseren Ressourcen in strategische Entscheidungen einfliesst. Es erfordert die Integration des gesamten Produktlebenszyklus:

 

Rohstoffgewinnung → Produktion → Gebrauch/Verbrauch → Rückführung/Kompostierung

 

In den Designprozess integriert werden:

  • Rohstoffwahl (nach ökologischen und sozialen Kriterien)
  • sparsamer Einsatz von Material 
  • Prozessverbesserungen in der Produktion
  • Konzentration auf Kreislaufprozesse (Wiederverwertung, Weiterverwendung etc.)
  • geringere Treibhausgasemissionen / Abwässer
  • Verlängerung der Produktlebensdauer
  • hoher Nutzungsgrad durch Anpassung an tatsächlichen Bedarf (Berücksichtigung von Zielgruppe & Einsatzgebiet)
  • Nutzung erneuerbarer Energien
 

Integratives oder ganzheitliches Denken fängt bei der Materialwahl an und endet (für den Verbraucher) bei der Wiederverwertung, der biologischen Abbaubarkeit oder der Weiterverwendung des Designobjektes oder dessen Materialien.

 

  

 

 

ZWEI VIELVERSPRECHENDE ANSÄTZE FÜR EINE NEUE ZUKUNFT

Unser Lebensstil erfordert offensichtlich eine Umgestaltung (Re-Design). Eine Eingliederung in die ökologischen Kreisläufe unsres Planeten, um ihn und damit uns zu erhalten. Design kann positiven Einfluss auf die intelligente Gestaltung unseres Lebens, der Gesellschaft und der Systeme die uns umgeben, nehmen.

 

CRADLE TO CRADLE

Das Prinzip „Cradle to Cradle“ (von der Wiege bis zur Wiege) steht für eine öko-effektive Produktionsweise und ökologisch intelligentes Design. Es stellt einen inspirierenden Ansatz für eine neue Produktionslogik dar, in dem der Mensch nicht als „Schädling“ für seine Umwelt, sondern als „Nützling“ auftritt. Der Ansatz der letzten 40 Jahre, die Produkte weniger schädlich bzw. öko-effizient herzustellen, wird im Sinne von „Cradle to Cradle“ durch die Öko-Effektivität abgelöst. Diese berücksichtigt aus welchen Substanzen ein Produkt zusammengesetzt ist. Umweltschädliche Substanzen werden durch jene ersetzt, die unbedenklich in die biologischen Kreisläufe zurückgeführt werden können. Kunststoffprodukte werden gezielt so entwickelt, dass sie demontiert und recycelt werden können.

 

WASTE = FOOD

 

COLLABORATIVE CONSUMPTION

“Collaborative Consumption” beschreibt den Boom in traditionellen Formen des Handels wie Teilen, Tauschhandel, Ausborgen, Handeln, Verleihen oder Schenken die durch Netzwerktechnologien neu erfunden wurden und in einer ganz anderen Dimension und auf innovative Art und Weise stattfinden.
Es gibt ein stetig wachsendes Interesse an peer-to-peer Verleih und Nachbarschaftsdienstleistungen: anstatt Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen in Anspruch zu nehmen, enstehen Platformen die gemeinschaftliches Nutzen miteinander fördern.
Designer müssen nicht nur Produkte konzipieren sondern auch Systeme gestalten, die Kollaboration ermöglichen!
“Designers should be thinking more and more about the system in which a product or service is being used.”
“About 80% of the environmental impact of a product, service, or system is determined at the design stage.”
(Botsman & Rodgers 2010: S. 194, 187).

 






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